Wer eine Website betreibt, hinterlässt normalerweise Spuren: beim Registrar, beim Hoster und in den WHOIS-Daten. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich der eigene Webauftritt aber erheblich anonymer gestalten.
Anonyme Domain-Registrierung
WHOIS-Privacy-Services verbergen die echten Kontaktdaten. Einige Registrare bieten dies kostenlos an (Namecheap WhoisGuard, Cloudflare Registrar). Für maximale Anonymität gibt es Dienste, die Domains gegen Kryptowährung ohne Identitätsnachweis registrieren.
Anonymes Hosting im Clearnet
Folgende Anbieter akzeptieren Kryptowährungen und verlangen keine Ausweis-Verifizierung:
- 1984 Hosting (Island) – starke Datenschutzphilosophie, akzeptiert Bitcoin
- Njalla – registriert Domain und Hosting im eigenen Namen, keine persönlichen Daten nötig
- Bahnhof (Schweden) – bekannt für Datenschutz, lehnt Behördenanfragen konsequent ab
- Hostinger – akzeptiert verschiedene Zahlungsmethoden inkl. Krypto
Tor Hidden Services (.onion)
Für maximale Anonymität bietet das Tor-Netzwerk Hidden Services an. Die .onion-Adresse ist kryptografisch generiert und lässt keinen Rückschluss auf den physischen Serverstandort zu. Einrichtung:
- Tor auf dem Server installieren
- In der torrc-Datei HiddenServiceDir und HiddenServicePort konfigurieren
- Tor neu starten – die .onion-Adresse wird automatisch generiert
I2P als Alternative
Das Invisible Internet Project (I2P) ist ein alternatives Anonymitätsnetzwerk. I2P-Websites (Eepsites) sind ähnlich wie Tor Hidden Services nur innerhalb des Netzwerks erreichbar, haben aber eine kleinere Nutzerbasis.
Rechtliche Hinweise
Anonymes Hosting schützt die Privatsphäre, entbindet aber nicht von rechtlichen Pflichten. Strafbare Inhalte bleiben strafbar, unabhängig davon, wie anonym der Betreiber ist. Dieser Artikel richtet sich an Journalisten, Aktivisten und datenschutzbewusste Nutzer in demokratischen Ländern.
Kommentare (0)
Kommentarfunktion folgt demnächst.