Anonyme E-Mail-Adresse: Wegwerf-Mail, anonymes Postfach und Aliasse

0
Posted by: On:
Category: Anonyme E-Mail · 3 Min Lesezeit
Beitragsbild: Anonyme E-Mail-Adresse: Wegwerf-Mail, anonymes Postfach und Aliasse

Vorweg: Alle folgenden Verfahren sind nur anonym, wenn man einen anonymen Internetzugang benutzt. Der Betreiber kann natürlich die verwendete IP-Adresse sehen!

Die einfachste Lösung für eine anonyme E-Mail-Adresse ist eine sogenannte „Wegwerf"-Adresse.

Ein bekannter Anbieter dafür ist z.B. Mailinator. Hier muss man sich nicht registrieren, sondern gibt einfach irgendeine E-Mail an und kann diese Inbox dann auf der Webseite öffnen. Ideal ist dies z.B. für Bestätigungsmails, wenn man sich irgendwo anmeldet, etwa in einem Forum oder einem sozialen Netzwerk. Da die Adressen mit @mailinator.com von einigen Betreibern gesperrt wurden, bietet Mailinator auch Alternativ-Domains an – man muss dann eben eine Domain finden, die zur Anmeldung funktioniert. Ähnliche Dienste sind Guerrilla Mail oder temp-mail.org.

Aber Vorsicht: Jeder, der die E-Mail-Adresse kennt, kann die Mails ohne Login und Passwort abrufen und lesen. Diese Wegwerfmail eignet sich also keineswegs für geheime Informationen oder z.B. zur Passwortwiederherstellung.

Anonymes Postfach mit Passwortschutz

Falls ein echtes, geschütztes Postfach nötig wird, muss man sich einen richtigen Login bei einem Maildienst besorgen, der das Postfach per Passwort schützt. Deutsche Freemailer wie GMX oder web.de verlangen bei der Registrierung viele persönliche Angaben und inzwischen oft auch eine Handynummer zur Verifizierung.

Besser geeignet sind Anbieter, die bewusst wenig abfragen – allen voran Proton Mail (Schweiz) und Tuta (früher Tutanota, Deutschland). Beide bieten kostenlose, Ende-zu-Ende-verschlüsselte Postfächer und lassen sich ohne Angabe persönlicher Daten registrieren. Wichtig ist aber auch hier die Verwendung eines anonymen Internetzugangs beim Registrieren und bei jedem Login! Ein einziger Login mit einer nicht anonymen IP-Adresse kann die eigene Identität potenziell verraten – auch verschlüsselte Anbieter müssen auf richterliche Anordnung herausgeben, was sie technisch erheben können (im Fall Proton z.B. IP-Adressen). Wer bei der Registrierung nach einer Telefonnummer zur „Missbrauchsprüfung" gefragt wird (passiert häufig bei Anmeldung über Tor oder VPN), findet die Lösung in unserem Ratgeber Wegwerfnummer & Wegwerf-SMS.

Alias-Adressen: die Mittellösung für den Alltag

Zwischen Wegwerf-Adresse und anonymem Postfach gibt es eine dritte, im Alltag oft praktischste Variante: Alias-Dienste wie SimpleLogin (gehört zu Proton) oder addy.io. Sie erzeugen für jede Anmeldung eine eigene Weiterleitungs-Adresse zu Deinem echten Postfach. Gegenüber dem Shop oder Newsletter bleibt Deine echte Adresse verborgen, Du kannst jeden Alias einzeln abschalten, sobald Spam kommt – und siehst sofort, welcher Anbieter Deine Adresse weitergegeben hat. Anonymität gegenüber Ermittlungsbehörden bieten Aliasse allerdings nicht, denn der Alias-Dienst kennt Dein Zielpostfach.

Welche Lösung für welchen Zweck?

  • Einmalige Bestätigungsmail (Forum, Download, Gewinnspiel): Wegwerf-Adresse à la Mailinator.
  • Dauerhafte Konten ohne Bezug zur Person: Proton Mail oder Tuta, registriert und genutzt ausschließlich über anonymen Zugang (Tor/VPN-Grundlagen).
  • Alltag, Spam-Schutz, Datensparsamkeit: Alias-Dienst vor dem normalen Postfach.

Hinweis: Dieser Klassiker von 2015 wurde 2026 überarbeitet und um Proton Mail, Tuta und Alias-Dienste ergänzt; der damals empfohlene Anbieter Hushmail ist inzwischen kostenpflichtig und spielt für anonyme Postfächer keine Rolle mehr.

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare – schreib den ersten!

Kommentar schreiben

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft. Es werden nur Name/Pseudonym und der Kommentartext gespeichert – keine IP-Adresse, keine E-Mail. Details in der Datenschutzerklärung.